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Klassik trifft auf Urban Dance und Elektronische Verfremdung.von Paula Kaiser am 31.10.2011 18:49Das Publikum sitzt erwartungsvoll im Südflügel des Hauptbahnhofs. Herr Menzel hebt den Taktstock, um das erste Stück einzuleiten, doch was kommt dann? Mit einem verschmitzten Grinsen spielt das Hauptorchester „Happy Birthday” für Jasmin Döhr. Auch in diesem Jahr hat das Friedrichsgymnasium am kzwo10-Projekt mitgewirkt, diesmal unter dem Motto „ClassicJump”, in die Welt gerufen durch Constanze und Bernhard Betzl. In einer Kooperation mit Schülern aus der 6D der Hegelsbergschule und Schülern aus der Q1 des Gustav-Stresemann-Gymnasiums aus Bad Wildungen begann die Probenarbeit schon vor 6 Monaten. Dabei übernahm das Hauptorchester die klassische Umsetzung einiger Werke von Dvorak und Grieg, ebenso wie die des modernen „Running Set” von Ralph Vaughan Williams. Die Hegelsbergschule entwickelte unter Leitung Domaso Mendez-Leroys dazu Choreograhien, während der Musik GK der GSG unter Leitung von Rene Beigang mithilfe von elektronischer Musik die klassischen Stücke verfremdete und dabei nicht nur im Unterricht produzierte Stücke zeigte, sondern live vor dem Publikum arbeitete. Nach einer dynamisch sehr abwechslungsreichen Darstellung von Dvoraks Slawischem Tanz Nr. 8 reagierte das Publikum zunächst irritiert auf die eletronische Verfremdung, war es doch sehr ungewohnt für alle, die bekannten Motive mit einem „Keyboardsound” unterlegt zu hören. Doch spätestens nach der ersten Verfremdung ließ sich das Publikum auf das neue Klangerlebnis ein und beobachtete mit großer Spannung die verschiedenen Interpretationsansätze. Die Urban Dance Group der Hegelsbergschule zeigte Hip Hop-angehauchte Choreographien, zunächst zu den Verfremdungen der GSG, später aber auch zu „In der Halle des Bergkönigs”. Dabei überzeugte sie vor allem durch eine meist sehr saubere Choreograhie, die laut zwei Schülerinnen „sehr harte Arbeit” war. So hatten sie seit 6 Monaten alle 4 Wochen eine Intensivprobenwoche veranstaltet, um die Choreographien zu verfeinern. Der Höhepunkt des Nachmittags war das von allen gemeinsam dargestellte „Running Set”. Das Hauptorchester begann mit präzisen Flötensoli, unterstüzt von der Urban Dance Group, die dazu kleine Einzelchoreographien entworfen hatte. Als die Gruppe im Hintergrund verschwunden war, begannen auch einzelne Musiker des Orchesters sich zurückzuziehen, während die restlichen verbissen weiterspielten. Doch aus den Boxen kam nun ein elektronischer Klang, die Verfremdung des Stückes. So schloss sich der Kreis zwischen Klassik und elektronischer Musik. Schließlich stand das gesamte Ensemble auf der Bühne, kein Ton erklang mehr und es herrschte sekundenlang eine angespannte Stille und eine fast magische Atmosphäre, die von einer Verbeugung abgelöst wurde. Dieses Projekt, das das Ziel hatte, den Schülerinnen und Schülern die elektronische Klangwelt und die Improvisation näherzubringen, ebenso wie die Klassik, war erfolgreich – alle Mitwirkenden waren sich einig, ein solches Projekt in der Zukunft gerne wiederholen zu wollen. Für alle Mitwirkenden wird es eine Videodokumentation der Projektarbeit geben, die von Arne Siebling gedreht und zusammengeschnitten wurde. Andere Interessenten können diese DVD für einen Preis von 8€ erwerben. |
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