QuintessenZ
Wusstest du schon, dass
Schildkröten aus ihrem After atmen können?
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Die Welt ist eine Googlevon Björn Barz am 23.05.2010 15:15Seite 1 Wann immer man einen Artikel über Google liest, beginnt dieser beinahe schon zwangsläufig mit den Worten „Das Wort ‚googeln’ hat es in den Duden geschafft“. Nun, das ist schön und gut, aber desto öfter stellt man sich die Frage: Wie kam es eigentlich dazu? Wie konnte Google einen solch enormen Aufstieg erreichen? Und was bedeutet das eigentlich für uns?
Die Anfänge Begonnen hat alles in einer Garage in Kalifornien: Erstmalig begegneten sich die beiden Google-Gründer Larry Page, dessen Eltern Programmierer waren, und Sergey Brin, dessen Mutter bei der NASA und dessen Vater als Mathematiker arbeiteten, an der Universität Stanford. Ihre Idee: Die Daten im Web sammeln, ordnen und öffentlich zugänglich machen. Im Alter von 24 Jahren entwickelte Larry Page Googles Erfolgsrezept: den nach ihm benannten „PageRank“, eine Bewertungseinheit für Webseiten. Vereinfacht gesagt bewertet er Webseiten nach der Anzahl an Links, die sich auf den Webseiten befinden, und der Anzahl an Links, die auf diese Webseiten von anderen Seiten aus verweisen; die einzelnen Wörter auf einer Webseite werden nach ihrer Position und Häufigkeit ebenfalls bewertet. So können Suchergebnisse nach dem PageRank der Seiten und der gesuchten Stichwörter sortiert und dem Benutzer somit die besten Treffer, auf die nämlich am öftesten verwiesen wird, zuerst angezeigt werden. Dieses System betrieben Page und Brin zunächst auf einem Computer in einer Garage, die sie gemietet hatten, und zeigten es zunächst nur einigen Freunden. Diese waren von der Suchmaschine so begeistert, dass sie sie enthusiastisch weiterempfahlen, sodass sich Google schnell verbreitete. Der Name „Google” leitet sich vom mathematischen Begriff „Googol” ab, der für eine unvorstellbar große Zahl, eine Eins mit hundert Nullen, steht. Im Jahr 1998 meldeten die beiden Gründer Google dann als Unternehmen an, vor zwölf Jahren also.
Google heute Seit diesen zehn Jahren ist Google stark gewachsen, gar riesig geworden. Eine Milliarde Besucher zählt die Suchmaschine monatlich, der Jahresumsatz (2009) beträgt 23,6 Milliarden US-Dollar (ca. 18,8 Mrd. Euro) und 95% des gesamten Web-Datenverkehrs in Deutschland werden über Google generiert. Google ist einer der beliebtesten Arbeitgeber weltweit, die Büros sind vielfältig und originell gestaltet wie etwa eine Gartenlaube oder eine Gondel, in der die Google-Mitarbeiter einfach ihren Laptop aufklappen und mit der Arbeit beginnen, oder ein Besprechungsraum mit virtuellem Kaminfeuer; außerdem verfügen die Google-Einrichtungen über eigene Fitnessstudios, Massagesalons, Schwimmbäder und dergleichen für die Mitarbeiter. Einen Tag pro Woche haben die Programmierer für eigene Projekte zur Verfügung, um möglichen Innovationen eine Chance zu geben. Was dabei dann am Ende herauskommt, ist nicht immer nur das Gelbe vom Ei, wie zum Beispiel kürzlich eine Funktion für Googles E-Mail-Dienst „Google Mail“, die die Benutzer vor dem Versand einer E-Mail in der Nacht an einem Freitag, Samstag oder Sonntag dazu auffordert, erstmal fünf mathematische Gleichungen zu lösen; schließlich könnte der Benutzer betrunken sein und muss vor sich selbst geschützt werden. Das größte Google-Labor in Europa befindet sich in Zürich, wegen der Nähe zur technischen Hochschule: Kompetente Fachkräfte werden direkt nach ihrem Universitätsabschluss abgeworben. Erfolgversprechende Unternehmen kauft Google einfach auf, wie zum Beispiel YouTube. Der Leiter des Labors in Zürich erklärt das als sehr positive Eigenschaft Googles, denn so könne der Innovationsprozess beschleunigt und auch durch Googles Kapital die Weiterentwicklung der Dienste vorangetrieben werden.
Finanzierung Doch wie finanziert sich Google, wenn die Web-Dienste kostenlos sind? Das Zauberwort heißt „Google AdWords“ und bedeutet schlichtweg Werbung. Die Google-Gründer erkannten schnell das Potential, das eine Suchmaschine für Werbung bietet: Neben den Suchergebnissen kann Werbung zu genau den Dingen angezeigt werden, die der Benutzer sucht. Jeder Klick auf eine solche Anzeige kostet den Werbetreibenden Geld. Später erweiterte Google sein Werbekonzept durch „Google AdSense“. Dies ist AdWords ähnlich, die Werbung wird aber nicht neben Suchergebnissen angezeigt, sondern auf Webseiten, deren Betreiber sich für Google AdSense registriert haben und bei jedem Klick auf eine Anzeige eine Provision von Google erhalten. Damit die Werbung auch passt, analysiert Google den Inhalt der Webseite, auf der sie geschaltet werden soll, und bietet dem Webseiteninhaber die Möglichkeit, Stichwörter und Kategorien anzugeben, sodass der Benutzer auch hier die Werbung vorgesetzt bekommt, die für ihn von Interesse ist. Ein weiterer Schritt in Richtung benutzerorientierter Werbung ist das sogenannte „GeoLocating“. Hierbei wird anhand der IP-Adresse des Benutzers sein ungefährer Standort ermittelt und somit regionale Werbung geschaltet, zum Beispiel für ein Kasseler Kino, wenn der Benutzer in Kassel ansässig ist, was für einen Benutzer aus beispielsweise Köln aber völlig uninteressant wäre. Auch der Kartendienst „Google Maps“ wirft Gewinne ab: Wer zum Beispiel bei einer Suche nach „Hotel“ im Raum Kassel in den Google Maps Suchergebnissen besonders hervorgehoben werden möchte, muss an Google ein Entgelt entrichten. Anfang 2008 schließlich schluckte Google das Unternehmen „DoubleClick“, das bisher auf dem Online-Werbemarkt führend war, und sorgte damit für großes Aufsehen bei Kartellwächtern, da es nun eine Monopolstellung im Bereich Online-Werbung zu erhalten drohte. Die EU-Kommission stimmte dieser Fusion schließlich zu, da sie keine Bedrohung für den Markt sah; aus Sicht des Datenschutzes aber war sie nicht zu urteilen befugt; mit der Übernahme von DoubleClick hat Google seine Datenbank um eine beträchtliche Menge persönlicher Daten vergrößert.
Datenschutz In der Tat verfügt Google über mehr Daten, als so manchem von uns lieb ist. Jede Suchanfrage eines Benutzers, der über ein Google-Benutzerkonto verfügt, wird gespeichert; ebenso, welche Treffer er letztendlich anklickt und durch Googles Analyse-Werkzeug „Google Analytics“, mit dem Webseiten-Betreiber des Verhalten der Benutzer auf ihren Webseiten verfolgen können, wenn sie es einsetzen, kann Google auch noch weiter verfolgen, wie sich dieser Benutzer dann auf der angeklickten Seite verhält, ob er etwa das Gesuchte gefunden hat oder nicht. Als Zweck dieser Datenspeicherung gibt Google eine Verbesserung der Suchergebnisse an. Wir merken es zwar nicht, aber tatsächlich hat Google bereits damit begonnen, die Suchergebnisse auf den einzelnen Benutzer zuzuschneiden, sie also zu personalisieren, je nachdem, wie sich der Benutzer bei vorigen Suchen verhalten hat, sodass ihm eher die Treffer angezeigt werden, die die Suchmaschine für ihn für interessant hält. Das Ziel mag zwar gut und nützlich sein, aber die Tatsache, dass diese teilweise sensiblen Daten gespeichert werden, mag manchen Benutzern Bauchschmerzen bereiten. Aber nicht nur Suchanfragen von Benutzern mit Google-Account werden gespeichert, sondern jede beliebige Suchanfrage, dann mit Zuordnung zur aktuellen IP-Adresse des Suchenden. Zwar hat Google sich auf Druck von Datenschützern bereiterklärt, einen Teil der IP-Adresse nach acht Monaten zu anonymisieren, sodass sie keinem konkreten Benutzer mehr zugeordnet werden kann, der Teil aber, der zur die Bestimmung des ungefähren Aufenthaltsortes des Benutzers herangezogen werden kann, bleibt erhalten. So entsteht für Google zwar nicht der gläserne Mensch, dafür aber die gläserne Gruppe: Google weiß zwar nicht, welche einzelne Person sich für ein bestimmtes Thema interessiert, es weiß aber wohl, dass beispielsweise in einem bestimmten Stadtteil ein erhöhtes Interesse daran besteht, und kann auf Grundlage dieser Daten beispielsweise personalisierte Werbung schalten oder diese Informationen an andere Unternehmen verkaufen, die daraus einen Nutzen ziehen. Aber natürlich braucht Google die gesammelten Daten, die von ungefähr einer halben Million Servern weltweit verarbeitet werden, auch für neue Ideen und Innovationen. So entstand zum Beispiel die Funktion, die bei der Suche Rechtschreibvorschlägen anbietet, aus den gesammelten Suchanfragen und Begriffen.
Und wie diskret geht Google mit unseren sensiblen Daten um? Kaum jemand liest die Datenschutzbestimmungen – zu Googles Glück. Jeder, der sich einen Google Account erstellt, unterschreibt blind unter anderem folgende Sätze:
Das heißt: Wenn ich beispielsweise einen Aufsatz für die Schule bei Googles Textverarbeitungssoftware „Google Texte & Tabellen“ schreibe, räume ich Google das Recht ein, diesen als ihr Eigentum zu betrachten und beliebig zu verwenden oder zu veröffentlichen. Zwar wird im nächsten Satz eingeschränkt, Google dürfe diese Daten nur für die Darstellung, Verbreitung und Bewerbung des Dienstes verwenden, ich möchte meine persönlichen Aufsätze oder Gehaltsabrechnungen aber trotzdem nicht auf Werbeplakaten sehen. Noch spannender ist aber folgender Abschnitt:
Dass man meine persönlichen Daten mit anderen Diensten von Google verbindet, ist verständlich und in gewissem Maße auch sinnvoll; dass sie aber mit Diensten von Drittanbietern verbunden werden ist unerhört. Meine persönlichen Interessen und Daten haben bei Werbeagenturen oder anderen Unternehmen nichts zu suchen, wenn ich sie bei Google angebe oder Google sie gar ohne mein direktes Einverständnis sammelt. Doch nicht nur über die Google Suche geben wir schon einiges an Informationen über unsere Interessen preis, Google hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Menge an Diensten und Produkten auf den Markt gebracht, die zu seinem allgemeinen Ruf als „Datenkrake“ beigetragen haben und die ich im Folgenden vorstellen möchte – auch mit Blick auf die gesammelten Daten. Nach Angaben vom derzeitigen Google-Chef Eric Schmidt plant Google in Zukunft durch die Masse an gesammelten Daten, dem einzelnen Benutzer auch Fragen beantworten zu können wie „Welchen Beruf soll ich ergreifen?“. Damit erhielte Google eine derart zentrale Stellung in unserem Leben, dass es nicht mehr wegzudenken sei. |
Am Weinberg soll der Park einem Museum zum Thema "Brüder Grimm" weichen. Eure Meinung dazu: Es wurden bereits 4 Stimmen abgegeben.
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