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Wusstest du schon, dass
es in Hamburg etwa 2302 Brücken gibt?
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Google Street Views langer Weg nach Deutschlandvon Björn Barz am 26.08.2010 23:17Google will nichts weiter als uns das Leben einfacher machen – das hat der Internet-Konzern zumindest immer behauptet. Schon der Kartendienst Google Maps und der digitale Globus Google Earth haben uns die Navigation und Routenplanung in der Welt zwar wesentlich erleichtert, sind aber immer noch unzureichend, wenn es darum geht, sich ein Bild von der Gestalt einer Straße oder Gegend zu machen. Plant man einen Urlaub, kann man aus den Satellitenbildern von Maps und Earth noch nicht genau schließen, ob das Hotel in einer schönen Gegend liegt. Aber zum Glück ist Google seit Jahren eifrig dabei, diesen Missstand auszubessern – und stößt dabei in Deutschland auf geballte Kritik. Google Street View heißt der Dienst, mit dem man sich an beliebigen Plätzen auf der Welt umschauen können soll, als wäre man dort. Google hat zahlreiche Autos mit 360°-Kameras ausgerüstet und durch die Straßen aller großen Länder der Welt geschickt. In Sekundenabständen nehmen die Kameras Rundum-Bilder von der Umgebung auf. Durch diese Aufnahmen kann der Benutzer dann aus Google Maps heraus navigieren, sich bewegen, sich umschauen, ganz so, als wäre er vor Ort. Damit keine personenbezogenen Daten in den Bildern vorhanden sind, werden Gesichter und Autokennzeichen automatisch unkenntlich gemacht, bevor die Aufnahmen online gehen. Ein weiteres Entgegenkommen seitens Google, welches Politiker und Datenschützer forderten, war, die Fahrten der Street-View-Wagen vorher anzukündigen. Eigentlich sollte man meinen, in Deutschland ohne vorherige Ankündigung fahren zu können, wohin man will, Google zeigte sich aber freundlich und richtete dennoch eine Webseite ein, auf der sie ihre Fahrten weit im Voraus bekanntgaben. Doch Google sollten in den nächsten zwei Jahren noch viele weitere Steine in den Weg gelegt werden, die das anfängliche Ziel, Street View in Deutschland noch 2009 zu veröffentlichen, unmöglich machten. Die Stadt Ratingen in Nordrhein-Westfalen beispielsweise kam auf die Idee, wenn man Street View schon nicht verbieten könne, könne man doch wenigstens Nutzen daraus ziehen: Ratingen erhob für die Street-View-Autos pro gefahrenem Kilometer 20€ Nutzungsgebühr für die Straßen. Insgesamt durfte Google der Stadt 6180€ zahlen. Google aber zeigt sich geduldig und bemüht sich im Rahmen seiner Möglichkeiten, allen Forderungen der Datenschützer zu entsprechen. Einige Funktionen wie etwa die Entfernung eines Hauses auf den Aufnahmen noch vor der Veröffentlichung wurden extra für Deutschland geschaffen.
Googles Hartnäckigkeit gegenüber allen Widerständen jedoch zahlt sich aus: Gegen Ende des Jahres 2010 endlich soll Street View in Deutschland online gehen; vorerst nur mit den 20 größten Städten (s. u.). Bis Mitte Oktober haben Hausbesitzer in diesen Städten Zeit, um Widerspruch einzulegen; dies kann entweder per Post oder per Online-Tool geschehen. Natürlich kann auch nach der Veröffentlichung der Bilder noch ein Antrag auf Entfernung gestellt werden. Bis jetzt ist Street View für Google vor allem in Deutschland eine kostspielige Angelegenheit. Doch auch hier will der Suchmaschinenriese wie fast immer gutes Geld mit Werbung verdienen. Google hat ein Patent für eine Software angemeldet, die automatisch Werbeflächen in Street View erkennt. Vermutlich werden also fotografierte Plakatwände von Google mit aktueller – und bezahlter – Werbung ersetzt werden, die genau auf den jeweiligen Ort abgestimmt sein kann und somit höhere Erfolgsquoten verspricht.
Nun kann man im wesentlichen zwei Meinungen zu Street View haben: Man kann sich freuen und Google dafür loben, dass sie sich für die Benutzer so viel Mühe machen; man kann aber auch um seine Privatsphäre fürchten und Google verdammen. Es ist natürlich immer gut, auf Datenschutz bedacht zu sein und darauf, wie viel man preisgibt; in unserem Artikel „Die Welt ist eine Google” haben wir die Datensammelwut von Google angesprochen. Der Konzern ist theoretisch in der Lage, von jedem Benutzer mit Google Account ein exaktes Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Google weiß, wo wir wohnen, nach was wir im Internet suchen, mit wem wir oft E-Mails schreiben, kennt vielleicht sogar unseren Terminkalender und die Inhalte unserer privaten Dokumente – je nachdem, welche Google-Dienste wir nutzen. Mit dem in Arbeit befindlichen Betriebssystem Google Chrome OS wird der heimische PC für Google ein offenes Buch. Warum sollten sie also nicht auch Bilder von Häusern machen, die ohnehin jeder sehen kann, indem er dorthin fährt?
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